Heute gesucht: ein Branchen-Erfinder aus dem Waisenhaus
Geboren wurde der Gesuchte in einer kleinen märkischen Stadt. Sein Ruhm dort wird aber überstrahlt – von einem anonymem Schuhmacher, dessen Besuch beim "Frauenzimmer" Sabinchen ganze Generationen seufzen ließ.
Zu diesem Zeitpunkt ist unser Gesuchter allerdings längst weitergezogen. Nach dem frühen Tod des Vaters heiratet die Mutter erneut und zieht mit ihm in die Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen. Doch auch diese Ehe endet früh. Der Gesuchte kommt deshalb aus Kosten- und Erziehungsgründen in die Pichelschen Anstalten nach Burg – in die Stadt, wo heute PHM seinen Sitz hat.
1853 tritt er als Lehrling in ein Handelsunternehmen ein. Später bereist er im Außendienst einer anderen Firma Europa. Dabei spart er genügend, um endlich eine eigene Firma zu gründen – immer noch in Preußen, aber dieses Mal in Berlin-Mitte. Seine Geschäftsidee ist so erfolgreich, dass daraus eine ganze neue Branche erwächst. Fabriken dafür betreibt der Gesuchte in Berlin, Calbe/Saale und in Schlesien. 1912 arbeiten in Berlin für ihn 650 Menschen. Der Unternehmer denkt sozial: Er richtet für sie eine Pensionskasse ein, eine Betriebskrankenkasse, eine Fabrik-Bücherei und einen Konsum-Verein. Im Sommer erhält jeder Beamter bei ihm 14, jeder Arbeiter 8 Tage Ferien bei vollem Lohn. Um Kinder der Fabrik in die Sommerferien zu schicken, gründet er eine Stiftung.
Seine "Lebens-Ansichten" geben Erfolgstipps: "Besieh dir alle Ware auf Güte, Brauchbarkeit, Zweckmäßigkeit und prüfe möglichst an mehreren Stellen, wo du am besten kaufst, dabei ist die billigste nicht immer die beste." Das können wir von PHM mit ganzem Herzen unterschreiben.